Heute beantwortet Clarissa meine Fragen zum Thema “Hochsensible Kinder” und auch dieses Interview ist wieder so offen und authentisch! Einfach toll! Dieses Mal ist auch das Thema Hochbegabung dabei und was ich total wichtig finde, dass auch die Väter mit ins Boot geholt werden! Viel Spaß beim Lesen und austauschen!

 

 

Liebe Clarissa, stell dich und dein Kind doch einmal kurz vor.

Ich bin 42 und mein Sohn Jakob wird jetzt im März 6 Jahre alt und kommt dieses Jahr in die Schule. Wir leben in einem Minidorf im Schwarzwald. Jakob ging bereits mit 15 Monaten in eine Kleinkindganztages-Gruppe, da ich arbeiten musste.

 

Was ist dir an deinem Kind schon immer besonders aufgefallen?

Er nimmt schon seit er eine Säugling war alles um sich herum sehr intensiv auf. Sei es zu Beispiel, wenn ich einen Menschen unsympathisch finde, merkte er es und kommt mit dieser Person auch nicht klar. Er bemerkt sofort, wenn mit mir etwas ist.

 

Wie bist du auf das Thema HS gestoßen?

Ich glaube, ich habe irgendwo mal einen Artikel gelesen und mir dann ein ein Buch dazu gekauft.

 

Wie hast du dich gefühlt, als du das erste Mal darüber gelesen hast?

In dem Buch Das Hochsensible Kind von Elaine Aaron habe ich unser Kind von der ersten Seite an immer wieder erkannt. Ich muss weinen, da ich froh war endlich die Möglichkeit zu haben anders auf mein Kind einzugehen ,da ich schon immer wusste, er ist anders.

 

Wo hast du dich informiert?

Dieses Buch habe ich verschlungen und dann auf Facebook tatsächlich eine Gruppe gefunden.

 

Was hat sich für dich im Umgang mit deinem Kind verändert, seitdem du über Hochsensibilität bescheid weißt?

Ich kann in Situationen wie z.B. die Socken-Geschichte (die Naht stört ihn ungemein) ruhig bleiben. Das war am Anfang jeden morgen die Hölle mit Tränen und Geschrei, inzwischen machen wir unseren Spaß damit und es klappt einwandfrei (meistens)

Ich habe mehr Verständnis. Ich breche manche Situationen einfach ab, wenn ich merke, er kommt da alleine nicht mehr raus.

 

Hast du dein Umfeld an deinen neuen Sichtweisen teilhaben lassen und wie hat es reagiert?

Meinen Eltern und Schwiegereltern haben wir es mitgeteilt, da hier teilweise ein Unverständnis da war. So nach dem Motto „ Manche Sachen muss ein Kind aushalten“, Ihr verhätschelt ihn zu sehr“. „ Da muss er durch“. Die Reaktion war klar, erstmal nicht der Renner. Aber als wir dann in Situationen kamen, konnten wir es erklären, sie haben es ja dann persönlich erlebt. Irgendwann konnten sie es dann akzeptieren.

 

Wie gehst du mit dem Thema in der Öffentlichkeit um z.B. in der Kita oder Schule?

Ich habe lange gezögert, aber irgendwann habe ich die Erzieherin darauf angesprochen und ihr das Buch gegeben. Ich hatte wirklich das Glück, dass sie sich damit auseinander gesetzt hat und mir Recht gegeben hat . Allerdings kam dann bei uns noch von Seiten der Erzieherin dazu, dass wir unseren Sohn bitte auf Hochintelligent testen lassen sollten. Hier waren wir froh, dass es eine aussenstehende Person angesprochen hat, da wir uns es nicht getraut haben.-> Blöd eigentlich

Dies wurde uns dann in einem Test bestätigt. Er hat sehr hohe Werte, was eben im Zusammenspiel mit der Hochsensibilität eine doppelte Herausforderung ist. Er hat einen sehr stark ausgeprägten Sinn für Perfektionismus, der ihm schon teilweise sehr im Weg steht.

 

Denkst du, es ist wichtig, dass man als Mama weiß, dass das eigene Kind HS ist?

Ich denke ja, es ist wichtig. Da man als Mama ganz anders auf das Kind reagieren kann. Ich finde es aber noch viel wichtiger, dass die Papas sich auch damit beschäftigen sollten, da gerade bei Jungs, von dort eher Worte kommen, wie „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ „Sei keine Meme du schaffst das schon“….

 

Welche Herausforderungen empfindest du als Mama mit einem hochsensiblen Kind als besonders?

Bei uns sind die größten Herausforderungen, Jakob auf eine neue Situation vorzubereiten. Und da reicht schon, wenn im Garten ein Baum gefällt werden muss. Das müssen wir Wochen vorher ansprechen.

Ruhig zu bleiben in Situationen in denen er überfordert ist, dass ist für mich teilweise eine immense Herausforderung.

 

Was hast du von deinem Kind gelernt?

Nicht lachen, aber ich und mein Mann, denken inzwischen beide, dass wir auch Züge der Hochsensibilität in uns haben und diese aber schon immer unterdrückt haben.

Unser Kind zeigt uns, das wir eigentlich das Leben viel intensiver leben müssten.

 

Und zum Abschluss: Was verzaubert dich an deinem Kind?

Alles, er ist mein großer Schatz. Wir haben schon einiges mitgemacht in unserem Leben und denken oft, er ist das Beste was uns passieren konnte. Er ist offen, er ist direkt, er ist so herzlich

 

 

Zum Thema Hochbegabung und Hochsensiblität habe ich diese ganz spannende PDF Datei gefunden, die beides ziemlich klar und genau erklärt

In Freiburg gibt es die Beratungsstelle “Elementum”, die sich auf Hochbegabung und deren Diagnostik/Förderung spezialisiert haben, aber eben auch Hochsensibilität! Und die bieten tatsächlich auch eine Fortbildung für Erzieherinnen an!

 

 

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