Heute im Interview stellt sich Andrea vor. Und wieder stoßen wir auf das Thema Umfeld und die verletzten Reaktionen. Wie erging es euch, als ihr euch und/oder euer Kind mit HS “geoutet” habt?

 

Liebe Andrea, stell dich und dein Kind doch einmal kurz vor.

Hallo, mein Name ist Andrea, ich bin 51Jahre alt, meine Kinder 21 und 16. Mein Vater und ich sind ebenfalls HS.

 

Was ist dir an deinem Kind schon immer besonders aufgefallen?

Von Geburt an waren meine Kinder sehr empfindlich. Laute Geräusche,  helles Licht haben sie sofort aus der Bahn geworfen. Meine Große konnte durch die vielen Eindrücke schwer schlafen über Tag. Aufmerksam machte mich das Kinderkrankenhaus,  wo meine Große oft lag schon als kleines Baby mit 4 Wochen. Sie hat einen Reizdarm.

 

Wie hast du dich gefühlt, als du das erste Mal darüber gelesen hast?

Ich war sehr erschrocken und habe gehofft, dass es nicht so ausgeprägt ist wie bei ihrem Opa. Ich gehe sehr sensibel mit meinen Kindern um.

 

Wo hast du dich informiert?

Was hat sich für dich im Umgang mit deinem Kind verändert, seitdem du über Hochsensibilität bescheid weißt?

 


Hast du dein Umfeld an deinen neuen Sichtweisen teilhaben lassen und wie hat es reagiert?

Mein Umfeld hat nicht positiv reagiert. Nach dem Motto : das Kind ist nicht unsicher, es ist ungezogen!

 

Wie gehst du mit dem Thema in der Öffentlichkeit um z.B. in der Kita oder Schule?

Ich stehe für meine Kinder ein, egal wie alt sie sind,  wer sie nicht mag, hat sie nicht verdient.

 

Denkst du, es ist wichtig, dass man als Mama weiß, dass das eigene Kind HS ist?

Ich finde, es ist wichtig, dass man weiß, dass das Kind HS ist. Dann kann man auch sensibel auf das Kind eingehen, schwierige Situationen schön im Vorfeld versuchen zu entschärfen.

 

Welche Herausforderungen empfindest du als Mama mit einem hochsensiblen Kind als besonders?

Mit HS – Kindern muß man sein Kind immer im Auge behalten, sehen, wie es sich fühlt und ob es auch allein aus schwierigen Situationen herauskommen kann, egal wie alt es ist. Z.B. Geburtstag der Großmutter,  Kind 3 Jahre, alles nur fremde, laute alte Menschen und die Großmutter verlangt vom Enkel, dass jedem Anwesenden die Hand gegeben werden muß. Würden meine Kinder im Leben nicht tun. Eher Panik und zittern und Tränen. Da muß man als Mutter oder Vater )stark sein, hinter seinem Kind stehen und sagen, dass man nicht jedem Fremden die Hand geben muß. Ein freundliches “guten Tag” in die Runde reicht völlig aus!

 

Was hast du von deinem Kind gelernt?

Von meinen Kindern habe ich gelernt, wieder mehr auf mein Bauch zu hören, Dinge zu hinterfragen und auch mal nein zu sagen, auch wenn man auf Unverständnis stößt.  Sich über viele kleine Glücksmomente zu freuen, Geld macht nicht glücklich, Zusammenhalt ist das Wichtigste. Auch Kinder mit 21 brauchen manchmal noch Hilfe und Zuspruch. Immer ein offenes Ohr für die Kinder haben.

 


Und zum Abschluss: Was verzaubert dich an deinem Kind?

Meine Kinder saugen jede Empfindung aus der Umgebung auf. Sie ertragen kein Unrecht, egal ob bei Mensch oder Tier. Wenn sie mal sich wehren müssen, dann richtig, ohne irgendwelche Berechnungen. Sie spüren sofort, wenn was nicht stimmt.  Was in der Luft liegt. Sie spüren, wenn es jemandem schlecht geht, spüren “böse” Mensche und können diesen rechtzeitig ausweichen.

 

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