Hey ihr Lieben

 

Heute gibt es keine Ratschläge und keinen Input, heute gibt es meine Gedanken zu der ganzen Hochsensibilitätssache. Die ganze Welt scheint sich mit diesem Thema zu befassen und es gibt unzählige Blogs, Tipps, Bücher, die diese Veranlagung aufgreifen. Auch der Fokus auf das hochsensible Kind wird stärker und genau das brauchen wir auch. Mehr Erwachsene die sich mit Hochsensibilität auskennen! Eltern, die ihr Kind endlich richtig verstehen und pädagogische Fachkräfte, die ihr Handeln bewusster ausrichten können.

 

Es ist mir wichtig, dass ihr als meine Leserinnen wisst, wo ich stehe und dass ihr mich mit meiner Haltung einordnen könnt. Denn nicht zu jedem hochsensiblen Elternteil wird meine Idee von einem Umgang mit diesen Kindern passen. Zu manchen dafür um so mehr. Ich blicke auf meine eigene Kindheit zurück, in der niemand wusste, dass ich eine besondere Veranlagung habe. Und ich blicke auf 10 Jahre Berufserfahrung zurück, und somit auf viele hochsensible Kinder, mit denen ich gearbeitet habe. Aus diesen Erfahrungen und meiner fachlichen Auseinandersetzung mit dem Thema entstehen meine Artikel und werde ich meine Angebote entwickeln.

Dahin zu kommen, wo ich heute bin, war nicht leicht. Mittlerweile bin ich gerade durch meine Hochsensibilität ein absoluter Fan davon, mich ganz klar zu äußern und zu mir und meiner Meinung zu stehen

Also, viel Spaß beim Lesen! Und wie immer freue ich mich über eure eigenen Erfahrungen und Meinungen!

 

 

Mein Warum

 

Der Grund warum ich mich entschieden habe, mich mit dem Thema Hochsensibilität in die Selbstständigkeit zu wagen ist ganz klar. Ich BIN hochsensibel. Ich kann dazu eine Menge erzählen und ich habe die letzten Jahre intensiv daran gearbeitet mit mir selbst gut umzugehen.

 

 

Dabei kann ich rückblickend etwas Interessantes beobachten. In der Zeit, in der ich noch recht frisch wusste, dass ich hochsensibel bin, stand mein Leben Kopf. Ich erklärte gefühlt ALLE meine Probleme mit der Hochsensibilität, ich hatte die ultimative Entschuldigung und ich nutzte sie. Vor allem aber, sah ich mich als Opfer dieser Veranlagung und wusste manchmal nicht, wie ich damit jemals gut leben sollte. Das was anderen leicht fiel, fiel mir schwer. Ich gehörte nie richtig dazu und ich fühlte mich eigentlich immer wie ein Alien. Es gab Zeiten da dachte ich, ich muss ganz für mich allein im Wald leben, weil ich auf Menschen einfach nicht klar komme. Ich hatte Angst vor dem Leben und wenig gelernt, damit umzugehen. Ich sah immer nur, wie es die anderen machten und hatte begriffen, dass ich es eben genauso nicht machen kann. Ich war ganz und gar in der Blase der Hochsensibilität gefangen und merkte es nicht. Ich war das gefühlte Opfer meines Lebens, meiner Mitmenschen, der Umwelt, der Arbeit und meiner Beziehung. Keiner schien auf mich Rücksicht zu nehmen, keiner Verstand mich wirklich und mein Körper und meine Seele wurden krank.

 

Die Wende brachte die harte Realität und das Glück, meine Leidenschaft neu zu entdecken. Das Leben warf mich raus! Meine Beziehung ging in die Brüche und ich war mit einem meiner größten Schmerzpunkte „dem Verlassen werden“ konfrontiert. Gleichzeitig hatte ich kurz vor dieser Trennung das Bouldern entdeckt. Die große Liebe meines Lebens!

Die Komfortzone war weg und ich musste mich neu ausrichten. Es gab zwei Optionen. Entweder ich falle endgültig in mein eigenes Drama, oder ich krieg den Hintern hoch und ändere mein Leben. Vom Drama schien mein Ich erstmal genug zu haben, ich änderte also mein Leben. Wenn die Not groß genug ist, dann kann ich das erstaunlich gut. Jeden Tag ein bisschen mehr! Und bis heute habe ich damit nicht aufgehört.

 

Ich hatte schon immer ein reiches Innenleben, was viele hochsensible Menschen teilen. Und ich hatte schon immer ein ganz besonderes Verbundenheitsgefühl zur Natur. Der Schamanismus begleitet mich schon recht lange und war mein Halt in den schweren Zeiten. Daraus habe ich viel Kraft geschöpft und mühsam gelernt dem Universum (oder wem auch immer) immer ein bisschen mehr zu vertrauen.  Denn irgendwie machte doch alles Sinn, was mir in meinem Leben geschehen ist. Wir lernen besonders aus unseren schmerzhaften Erfahrungen und da ich diese Phasen sehr intensiv durchlebe, ist der Lerneffekt auch sehr groß. Ich bin bereit in meinem Schmerz stehen zu bleiben, ihn anzusehen und mit ihm umzugehen. Viele hochsensible Menschen haben diese innere große Reflektionsfähigkeit und ihr lernen ist sehr nachhaltig.

 

Zurück zur Liebe meines Lebens. Das Bouldern (Klettern in Absprunghöhe, so dass man keinen Sicherungspartner braucht), brachte mir einen entscheidenden neuen Punkt dazu. Das mein Innen-Sein stark ist, das wusste ich schon immer. Mein Außen-Sein mit anderen Menschen, das war das Problem. Doch meinen Körper, den hatte ich zwischenzeitlich vergessen. Zwar machte ich immer mal wieder Versuche hin zum Yoga, Joggen, oder Tai Chi, aber es blieb nie konstant in meinem Leben.

Und dann war ich in dieser wunderbaren Boulderhalle. Und ich war der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt! Als Kind habe ich meine Freizeit kletternd auf Bäumen verbracht, an meinen Geburtstagen bin ich in die Kletterhallen gegangen und die Wände hochgeflogen. Alle zwei Jahre, hab ich es auch als Erwachsene mal in die Kletterhalle geschafft, aber es scheiterte am Geld, oder daran, dass es keine Kletterpartner gab, dass ich es weiterverfolgt hätte. Und dann war ich in dieser Halle, ich brauchte niemanden der mich sicherte und ich war einfach wieder ich selbst.

Ich kann es nicht anders beschreiben und ich muss aufpassen, hier nicht total den Rahmen zu sprengen. Ich gehe so oft bouldern, wie es meine hochsensiblen Hände (Haut) zulassen, mehr als dreimal die Woche ist nicht drin. Ich erweitere meine Grenzen. Körperlich und Psychisch. Denn ohne ein rettendes Seil überlegt man sich dreimal, ob man den dynamischen Zug jetzt wirklich machen sollte. Ich habe meinen Körper neu kennengelernt, ich habe gelernt mich dem Vergleich mit anderen zu stellen und ich habe meiner große Angst vor Wettkämpfen getrotzt, obwohl ich “nur” durchschnittlich gut bin. Ich bin absolut im Moment, wenn ich an der Wand bin. Mein Kopf kann sich nur noch auf die aktuelle Situation konzentrieren und sich nicht mit anderen Problemen befassen. Es für mich oft wie eine Pause von mir selbst, wenn ich den Nachmittag in der Halle verbringen kann. Selbst im schlimmsten Liebeskummer verschafft mir diese Leidenschaft ein Gefühl von Glück und Selbstwirksamkeit die unschlagbar ist.  Ich mache heute also genau die Sachen wieder, die mir als Kind Kraft gaben und mich glücklich machten. Schreiben und Klettern.

 

 

 

Input für dich:

1. Was hat dich als Kind glücklich gemacht?

2. Warum hat es dich glücklich gemacht?

3. Was davon machst du heute noch?

4. Wonach sehnst du dich zurück?

5. Kennst du deine Leidenschaften?

6. Wann erlebst du das Gefühl von Flow

 

 

 

Ich habe durch diese Erfahrung zwei Dinge gelernt.

 

1. Seine Leidenschaft zu finden, zu kennen und auszuleben ist Glück und Flow!

Seitdem ich wieder das tue, was ich schon immer geliebt habe, geht es mir besser. Jeden Tag besser. Jeder Tag in der Halle, oder am Fels bereitet mir Freude und wirft mich total in den Moment. Ich bin zufrieden und ausgelastet. Ich tue etwas, wofür ich geschaffen bin. Dasselbe Gefühl habe ich beim Schreiben. Ich werde immer glücklicher, je mehr ich meiner Leidenschaft folge und ihr vertraue.

 

2. In seinen Körper zu kommen macht mich stark

Oh was war ich für ein zartes, übersensibles, schlaffes Wesen… Und jetzt… weiß ich ganz genau, was ich kann, wo meine körperlichen Grenzen liegen und ich weiß, dass viel mehr geht, als man anfangs denkt. Ich habe wieder ein Gefühl für meinen Körper. Und ich spüre Kraft in meinem Körper! Diese Kraft überträgt sich auf mein ganzes Wesen und ich habe nicht mehr die Befürchtung, dass mich etwas sofort umschmeißen kann. Oder dass mich jemand umschmeißen kann. Ich kann stehen bleiben! Und ich kann kontern. Und ich habe gelernt meinen sensiblen Körper auch mal zu fordern. Wir hochsensible Menschen spüren ständig in uns hinein und oft wird Schmerz intensiver erlebt. Blasen, Schürfwunden, blaue Flecken, Überlastungserscheinungen, schmerzende Fingergelenke, Zerrungen… die gehören bei meinem Sport dazu! Ich will jetzt nicht behaupten, dass das jeder braucht, aber mir hat es geholfen, einfach mal die Zähne zusammenzubeißen und weiterzumachen. Auch an einem Tag, an dem ich nicht so fit bin in die Halle zu gehen und zu erleben, dass es mir besser geht, wenn ich in meinen Körper komme. Auf die schmerzende Haut zu schei… und den letzten Griff jetzt einfach zu halten! Und manches so oft zu wiederholen, bis es ENDLICH klappt. Ich bin kein Opfer meine Hochsensibilität. Ich lerne mit ihr umzugehen, auf mich acht zu geben, aber ich arbeite auch daran meine Grenzen auszuweiten.

 

 

Ich bin stark geworden! Dadurch, dass ich meine Leidenschaft wieder gefunden habe, wieder in meinen Körper gekommen bin und sich dadurch mein Selbstbewusstsein deutlich verändert hat. Das Bouldern ganz nebenbei wirklich hilfreich bei Depressionen ist, muss ich jetzt noch kurz erwähnen. Man ist total im Moment! Man MUSS sich konzentrieren, denn es gibt kein rettendes Seil und dadurch geht man mit den eigenen, körperlichen Grenze sehr, sehr bewusst um. Ich spüre übrigens sehr gut, wann ich aufhören muss, oder wann ich einen Zug besser sein lassen sollte. Da ist mir meine Hochsensibilität nämlich die beste Begleiterin und ein Wegweiser, den ich sehr zu schätzen weiß. Ergebnis: Seit drei Jahren keinen nennenswert, schlimmen Sturz mit körperlichen Schäden das sieht bei anderen, anders aus.

Warum ich hier schreibe ist, dass ich andere und vor allem Kinder dabei begleiten möchte, ihren eigenen Weg mit Hochsensibilität zu finden! Und daraus eine Stärke zu machen, anstatt in einer Opferhaltung zu verharren, die uns Lebensqualität und Lebensfreude raubt. Ich bin diesen Weg selbst gegangen und gehe ihn noch heute. Ich bin tief in meine Schatten eingetaucht und ich habe viel Schmerz in meinem Leben ausgehalten und heute bin ich mehr denn je, auf meinem eigenen Weg.

 

 

Für wen schreibe ich?

 

Aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen ist es mir ein Herzensanliegen Kinder zu unterstützen! Ich musste mir alles selber beibringen, ich musste als Erwachsene lernen diese Veranlagung zu verstehen, mit ihr umzugehen und sie zu nutzen. Und ich musste mein Selbstbild neu aufbauen und bleibe doch immer mal wieder in alten Annahmen über mich selber stecken.

Wie schön wäre es, wenn Kinder bereits in ihrer Kindheit und Jugend ein positives Selbstbild MIT ihrer Veranlagung entwickeln und als erwachsene Menschen in ihrer Kraft sind und ihrem Weg folgen können. Anstatt Jahre ihres Lebens damit zu verbringen, ihre Vergangenheit mit ihrer Veranlagung zusammenzubringen und die alten Wunden zu heilen.

Ich schreibe für diese Kinder! Damit wir Erwachsene lernen sie zu sehen, sie zu verstehen, sie ermutigen und wir sie so annehmen, wie sie sind. Ohne, dass sich diese Kinder falsch fühlen müssen! Anders ja. Aber nicht falsch.

Ich sehe diese Kinder natürlich auch bei meiner Arbeit. Und ich sehe viele Kolleginnen, die von Hochsensibilität noch nie etwas gehört haben und diese Kinder gar nicht wirklich verstehen KÖNNEN, oder oft missverstehen bzw. ihr Verhalten missverstanden und missinterpretiert wird. Es braucht hier wirklich so etwas wie Aufklärung. Und ich hoffe, auch in diesem Bereich bald aktiv werden zu können.

 

 

Was ich nicht möchte

 

Hochsensibel zu sein, bedeutet für mich NICHT, dass man benachteiligt ist! Dass man ein Opfer vom Leben ist und es irgendwie abartig schwerer hat, als andere. Ja, es gibt Schwierigkeiten, die andere Menschen so gar nicht nachvollziehen können! Aber es gibt auch Begabungen, durch die wir wiederum alles ausgleichen können. Im Besten Fall lernen wir mit Hochsensibilität umzugehen. Sie positiv zu nutzen und mit unseren Schwächen liebevoll umzugehen. Es hilft niemandem weiter, wenn wir uns selbst in Schubladen stecken! Also raus aus den Schubladen, rein ins Leben und die Hochsensibilität als Motor für unsere Entwicklung betrachten!

 

 

 

Meine Vision

 

Klarheit – kein Rumeieren, schön reden und ähnliches. Ich möchte klar sein! Weil ich auch jeden Tag spüre, wie sehr es mich anstrengt mit Menschen in Kontakt zu sein, die nicht klar kommunizieren und die andere erahnen lassen, was sie eigentlich unterschwellig sagen.

 

Handlungskompetenz – wenn wir wissen, was Hochsensibilität ist, was es schwierig macht und was leicht, was gut tut und was nicht, dann können wir viel effektiver andere Menschen, besonders Kinder unterstützen. Deswegen sind die meisten meiner Artikel genau darauf ausgelegt. Mehr Handlungskompetenz für den Umgang mit hochsensiblen Kindern.

 

Potential – ja… mit Hochsensibilität im Gepäck ist das Leben nicht immer leicht. ABER es hat auch so viele Chancen und Möglichkeiten. Ich möchte den Fokus genau darauf legen! Das Potential und die Einzigartigkeit von jedem Menschen sehen zu wollen, und den Menschen dabei unterstützen, seinen EIGENEN Weg zu gehen! Kinder, die in sich stabil sind und sich nicht erst als Erwachsene selbst finden müssen, das ist mein Traum!

 

Unterstützung – um Kinder gut begleiten zu können brauchen wir als Erwachsene manchmal Unterstützung. Unterstützung mit uns selbst! Und Unterstützung mit dem Kind. Ich möchte hier auf meinem Blog für beide schreiben und Angebote entwickeln. Ich weiß genau, wie sehr uns die eigene Vergangenheit prägen und beeinflussen kann. Als Mutter, oder Vater passiert es schnell, dass man seine Verletzungen, Ängste etc. auf das Kind projiziert. Übrigens auch als Erzieherin. Je klarer wir unterscheiden können, was wirklich von uns kommt und was nicht, desto klarer können wir mit den Kindern umgehen. Und je liebevoller wir lernen mit uns selbst umzugehen, um so liebevoller können wir Kinder in ihrere Einzigartigkeit anerkennen und begleiten.  Wurzelarbeit für dich, von der dein Kind ganz nebenbei tief profitieren wird.

 

Und ich möchte den Schwerpunkt darauf legen Kindern Wurzeln zu geben. Was brauchen diese feinfühligen Kinder, um starke Wurzeln zu bilden? Was können wir als Bezugspersonen wirklich tun und was nicht? Wo liegen unsere Möglichkeiten und Grenzen? Wie schaffen wir es, dass unsere Kinder gut verwurzelt sind, sicher in sich selbst und daraus heraus ihre Flügel zum Flug ausbreiten können. Wurzelarbeit für Kinder.

 

Die nächsten Wochen werden also unter dem Gesichtspunkt der Wurzelarbeit für mich stehen! Und ich freue mich, wie ein kleines Kind darüber!

 

 

Kinder sind so bunt wie die Welt. Lassen wir uns von ihnen verzaubern.

 

Deine Verena

 

 

 

 

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