Ich bin Verena Platte – hochsensible Erzieherin aus Freiburg im Breisgau.

 

Lange wusste ich nicht, weshalb ich mich so anders fühlte. Ich schien irgendwie seltsam zu funktionieren und fiel ständig aus dem Rahmen des Normalen heraus. Was nicht heißt, dass ich nicht versucht hätte, sehr engagiert irgendwie normal zu sein. So wie bei vielen anderen hochsensiblen Menschen, endete dies in einer Depression und großen Zweifeln, wie ich mein Leben eigentlich positiv leben könnte.

 

Es waren die Kinder, die mir den Schlüssel gaben. Von meiner hohen Empathie und meiner Fähigkeit, Menschen weniger zu bewerten oder in Schubladen zu stecken, fühlten sich besonders die Kinder von mir angezogen, die ebenfalls aus dem Rahmen fielen. Ich ließ mich damals von meiner Leitung zu einer Weiterbildung zur Facherzieherin für Kinder mit besonderem Förderbedarf überreden (obwohl mir das ziemlich viel Respekt einflößte… so wie viele hochsensible Menschen mag ich Veränderungen und neue, nicht einschätzbare Situationen so gar nicht). In dieser Weiterbildung hörte ich das erste Mal das Wort „Hochsensibilität“. Ich ging damit unbewusst in Resonanz und schrieb es mir auf den Rand meines Notizheftes. Ein paar Wochen später war Silvester, ich saß alleine zu Hause und mir fiel das Wort wieder ein – ich googelte. Damals gab es noch gar nicht so viele Informationen darüber, aber ich hatte plötzlich das fehlende Puzzleteil für mich gefunden. Ich schrieb meine Facharbeit über hochsensible Kinder und verstand endlich gefühlt alles! Mich und viele Kinder aus meiner Arbeit, die irgendwie immer etwas anders waren, aber dennoch nie so sehr, dass es einer Diagnostik etc. bedurft hätte. Ich verschrieb mich diesen Kindern und versuchte den Blick meiner Kolleginnen für diese Kinder zu sensibilisieren und Eltern mit dem Wort Hochsensibilität die Möglichkeit der eigenen Recherche zu ermöglichen.

 

Meine größten Lehrmeister waren diese besonderen Kinder. Ich bin so dankbar für diese Beziehungen, diese Momente in denen nur Blicke ausreichten, um sich zu fühlen, die Tiefe an Emotionen, die Intensität, die Feinheiten, die Freude und die Trauer und die Inspiration.

 

Parallel dazu feierte ich die Bücher von Gerald Hüther und Jesper Juul und den Film „Alphabet“ und begriff, dass meine Arbeit um so besser wurde, um so intuitiver und „menschlicher“ ich handelte, anstatt mich verzweifelt perfekt pädagogisch zu verhalten. Je authentischer und wahrhaftiger ich Kindern begegnete, um so mehr entwickelte ich mich selbst, die Kinder in meinem Feld und die Ebene, die dabei möglich ist, sprengte zunehmend die Idee von den Konzepten der Einrichtung.

 

Wie viel Macht können wir als Erwachsene aufgeben? Was passiert, wenn wir Kinder (in einem gesunden Rahmen!) ermutigen eigene Entscheidungen zu treffen und wir sie ernst nehmen? Was passiert, wenn wir mit Kindern gemeinsam den Kita Alltag gestalten und sie nach ihren Wünschen und Bedürfnissen fragen, anstatt aus unseren eigenen Annahmen heraus irgendwelche Konzepte konstruieren, die ohnehin meist nur auf verkopfter angeblicher Pädagogik beruhten?

 

Ich habe begriffen, dass viele Erwachsene Angst haben, sich wirklich auf Kinder einzulassen. Dass viele Erwachsene die starren Konzepte brauchen, um sich selbst zu orientieren und das auf Kinder projizieren. Anstatt sich von Kindern faszinieren, inspirieren und begeistern zu lassen, herrscht oft Ernst und es geht um Fördern und Defizite. Je länger ich arbeitete, desto sinnloser erschien mir das alles. Und es waren die besonderen Kinder, die uns immer wieder förmlich dazu zwangen, um die Ecke zu denken! Jenseits der konventionellen Wege, hin zu neuen Lösungen. Gerade hochsensible Kinder sprengten das super geplante Eingewöhnungskonzept. Und das führte meistens zu Problemen auf allen Seiten. Ich beobachtete und lernte und begriff immer mehr, dass es eigentlich nur darum ging mit dem Kind zu sein.

 

Doch dies in einer Kita zu leben ist schwierig. Es gibt Vorgaben vom Träger und von der Leitung. Man wird zum Außenseiter, wenn man die Dinge anders machen möchte. Man kämpft zwangsläufig gegen alte Strukturen und Konzepte – und die sind meist vor allem in den Köpfen der Kolleginnen.

 

Ich frage mich bis heute, warum das eigentlich so ist, denn nichts erscheint mir logischer, als individuell zu schauen, was ein Mensch braucht. Und wenn ich Erzieherin bin, dann bedeutet das, ich muss schauen, was braucht das Kind, was brauchen die Eltern und wie bekommen wir das Ganze in das System Kindergarten gesund integriert.

 

Ich kämpfte, inspirierte und legte Fußspuren, in denen viele meiner Kolleginnen heute gerne gehen! Es ist ein unglaubliches Geschenk, wenn ich manchmal von einer von ihnen höre, wie oft sie an mich denken und was ich wohl in der Situation getan hätte. Ich denke, ich habe mehr bewirkt, als mir selbst bewusst ist, aber ich verlor immer mehr meine Kraft. Die innere Haltung von Menschen zu ändern, ist ein langwieriger Prozess für alle. Ich bin so unglaublich stolz, wie viel sich in den Jahren ändern konnte, in denen ich als Erzieherin arbeitete, aber ich spürte auch zunehmend Frustration. Ich könnte so viel schneller, so viel mehr, so viel Verrückteres tun und damit mit Kindern leben und arbeiten, auf eine ganz andere Art und Weise.

 

Ich musste kündigen, obwohl ich vor Zukunftsangst fast durchdrehte. Ich begann zu bloggen über hochsensible Kinder, denn ich wollte ihnen eine Stimme sein. Es brach mir so oft das Herz zu sehen, wie schnell sie missverstanden werden und wie sehr Systeme und Erwachsene ihnen beibringen, ihre Gefühle nicht ernst und wahrzunehmen. Es erinnerte mich alles an mich selbst. Ich nahm mir eine Auszeit, entwickelte einen online Kurs und suchte mir einen Coach. Drei Monate nur ich, Biografiecoaching, Zeit, keine Überreizung und kreatives Arbeiten an eigenen Ideen. Es war himmlisch.

 

Meine finanziellen Mittel zwangen mich dann wieder zurück in die Arbeitswelt. Ich durchwanderte in 1,5 Jahren drei verschiedene Kitas. Ich lernte eine Menge darüber, wie ich auf keinen Fall arbeiten würde! Ich erforschte unterschiedliche Konzepte, beobachtete mit einer gewissen Sprachlosigkeit meine Kolleginnen und im April 2019 entschied mein Körper, dass es genug war.

 

Meine Sensibilität scheiterte am System Kindergarten gnadenlos, während ich mit „Bunte Kinder“ unaufhörlich im Prozess war. Ich schrieb ein Bilderbuch, einen Ratgeber, viele Blogartikel und begann Beratungen für Eltern anzubieten.

 

Der bisher tiefste Punkt meines persönlichen Scheiterns (fand zumindest mein Ego), war, als ich mich arbeitslos meldete und unter körperlichen und emotionalen Schmerzen meine Identität als Erzieherin aufgab. Ich konnte nicht mehr.

 

 

Ich verbrachte die ersten Monate ohne Job damit, seelisch gesund zu werden. Ausruhen, schlafen, mich mit lieben Menschen umgeben, viel schreiben und weiter an „Bunte Kinder“ arbeiten. Ich musste gefühlt ein halbes Leben Schlaf nachholen und Begriff zum ersten Mal, wie sehr ich jahrelang komplett entgegen meines eigenen Bio Rhythmus‘ gelebt hatte. Ich holte mir stückchenweise meine Lebensfreude und Lebensqualität zurück. Und dann entwickelte sich die Magie, die mich eigentlich schon mein ganzes Leben lang begleitet hatte.

 

Meine erste Beraterin bei der Arbeitsagentur schenkte mir genau die Zeit, die ich brauchte und machte mir keinen Druck. Dann vermittelte sie mich weiter und ich lernte eine wundervolle, herzensgute Seele kennen, die von meiner Nebenselbstständigkeit mit „Bunte Kinder“ so begeistert war, dass wir entschieden, dass ich den Existenzgründerzuschuss beantragen sollte. Ich hatte im Vorfeld mal dazu gegoogelt und es schien total schwierig zu sein, den bewilligt zu bekommen. Aber ich hatte diese Beraterin, ein Bekannter vermittelte mich an ein Existengründerberatungszentrum und alles begann sich wie von selbst zu entwickeln. Ich schrieb zu meinem eigenen Unglauben einen Businessplan, setzte mich mit Zahlen auseinander und mit meinen eigenen Ängsten. Und nach intensiver und arbeitsreicher Vorbereitung wurde mir der Antrag bewilligt!

 

An Samhain 2019 machte ich mich offiziell mit „Bunte Kinder“ selbstständig und im gleichen Monat erschien mein Bilderbuch „Annabelle das Fuchsmondmädchen“ im Schönschrift Verlag.

 

Ich berate heute also Eltern, deren hochsensible Kinder Schwierigkeiten in der Kita haben. Bei meinen Beratungen mischt sich alles zusammen. Meine Erfahrungen aus der Praxis, meine Auseinandersetzung mit Hochsensibilität, meine pädagogische Expertise und meine intensive Auseinandersetzung mit allem, was mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun hat.

 

Und ich schreibe! Ratgeber für Eltern und Geschichten für Kinder. Das nächste Bilderbuch ist in Planung, es gibt Entspannungsgeschichten mit Annabelle und ein Gefühlstagebuch für Grundschulkinder.

 

Mein Herz gehört den Kindern! Und je intensiver ich mich mit mir selbst auseinandersetze und je mehr ich durch die Beratungen lerne, desto mehr kristallisiert sich die Essenz für mich heraus.

 

Hochsensible Kinder und ganz allgemein das Thema Hochsensibilität sind eine Tür. Die Kinder, oder unsere eigene Hochsensibilität bringen uns dazu, uns mit uns selbst und unseren Emotionen auseinandersetzen. Wegschauen funktioniert nicht mehr, es geht darum, zu verstehen, zu reflektieren und dann neue Wege zu entwickeln. Und das ist so spannend. Hochsensible Kinder zwingen uns dazu, anders zu denken. Sie können sich nicht so lange ins System pressen lassen, wie andere. Sie zeigen uns, dass es ihnen nicht gut geht damit und wir müssen beginnen andere Lösungen zu suchen, individueller zu denken und entdecken dabei, dass es geht! Dass wir gar nicht alle brav ins System passen müssen, sondern dass wir um so glücklicher werden, um so mehr wir uns selbst und den Kindern erlauben, das zu leben, was sich gut anfühlt.

 

 

Unsere Gefühle sind so wichtige Wegweiser! Anstatt sie wegzudrücken und zu ignorieren, sollten wir sie fühlen. Je mehr wir sie nicht wahrnehmen wollen, um so weniger sind wird „da“. Wenn wir uns ein lebendiges und intensives Leben wünschen, dann ist der erste Schritt, unsere Gefühle wieder wahrzunehmen und ihnen Ausdruck zu verleihen.

 

Meine Vision ist, dass wir allen Kindern Vorbilder sind im Umgang mit Gefühlen. Dass wir Kinder in ihren Emotionen ernst nehmen, genauso wie die Erwachsenen in unserem Leben. Menschen wollen gesehen werden! So sehr! Menschen sehnen sich nach Zugehörigkeit, verstanden werden und Präsenz des Gegenübers! Und die hochsensiblen Kinder mit ihrem so empfindsamen Nervensystem wecken uns auf! Sie sind emotional, sie rasten aus, sie weinen, sie sind gestresst, sie haben Angst und sie zeigen es, sie leben es, sie leiden, sie verzweifeln, sie passen nicht in unflexible Systeme. Wir müssen UNS ändern! Wir müssen aufwachen und aufhören zu projizieren. Wir müssen lernen sie zu sehen, ihre Not, ihre Intensität und ihre Bedürfnisse. Sie brauchen uns. Und was wir durch sie lernen und verändern werden im Umgang miteinander und hoffentlich vor allem auch in pädagogischen Einrichtungen, wird allen Kindern zu Gute kommen.

 

Meine Beratungen basieren genau darauf. Ich werde dir keinen Weg aufzeigen, wie dein Kind brav in einem System funktionieren kann. Ich werde dich auffordern hinzuschauen! Was braucht dein Kind? Was brauchst du? Was triggert dich? Und wie kannst du gut mit päd. Fachkräften kommunizieren! Und bei Bedarf kläre ich natürlich auch gerne ganz allgemein zu dem Thema Hochsensibilität auf.

 

Ich begegne dir auf Augenhöhe, ich will wissen, wer du bist. Ich möchte effizient für dich sein (daher lohnt es sich sehr, meinen Fragebogen im Vorfeld auszufüllen und mir zu schicken). Ich bin deine Wegbegleiterin, deine Ansprechpartnerin. Ich bewerte dich nicht, nur weil du dir Sorgen um dein Kind machst! Ich will deine Sorgen verstehen und herausfinden, wie wir sie lösen können. Ich kann dir mit 11 Jahren Praxiserfahrung eine Menge praktische Tipps und Lösungsstrategien anbieten und dennoch basiert meine Arbeit darauf, vor allem individuell hinzuschauen, was für dich und dein Kind im Moment hilfreich ist.

 

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