Innerlich überlaufend vor Glück, sitze ich an einer stark befahrenen Straße, mitten in Freiburg in der Frühlingssonne und spüre, wie mir die Tränen über das Gesicht laufen. Ich bin einfach da. Jetzt. Und ich fühle so viel, so intensiv, so reich, dass die Tränen sein müssen, denn ich laufe emotional über. Ich kann mein Glück kaum fassen und in mir pocht eine Dankbarkeit, für die ich gern die ganze Welt umarmen möchte. Stattdessen umarme ich Menschen mit meinem Blick.

Ich gehöre nicht zu den leichten Menschen, die voller Optimismus durch den Tag hüpfen und in allem das Gute sehen können. Ich bin ein Teil der Melancholie, muss viel nachdenken, zweifle wahnsinnig an mir selbst und fühl mich oft klein, einsam und schwach. Hinter mir liegen Wochen aus Traurigkeit, Kummer, Schmerz, Angst und Leere. Jeden Abend saß ich mit mir selbst auf dem Sofa und weinte um mich, meine verlorene Hoffnung, meine unerfüllten Wünsche und Bedürfnisse und um die Menschen, die mir nicht das gaben, was ich wollte. Ich hatte Existenzängste, Liebeskummer und mein Selbstwert war irgendwo im Keller verloren gegangen.

Jedoch… offenbarte mir das Leben täglich seine Magie, seine kleinen Wunder und Geschenke und ich habe mich selbst darin geschult, die Augen dafür zu öffnen und die Symbolsprache des Lebens immer besser zu verstehen. In jedem traurigen Tag lag auch ein Zauber und ein Seelenstreicheln, ein Gruß der Spirits, eine Erkenntnis, eine Inspiration und warme Herzensmenschen. Und so bin ich trotz der Dunkelheit nicht versunken, denn ich habe auch immer das Licht gesehen. Da waren die tollen Gespräche und der Austausch, da war ein unerwartetes Coaching für mich selbst, da war das richtige Buch, die richtige Musik, der Falke am Himmel, die Träume, die inneren Bilder, leckere Schokolade, meine herzallerliebste Mama und vermutlich die Zeit selbst.

Und da war die Hingabe. Die Hingabe an meinen Schmerz, die Hingabe an meine Angst, die Hingabe an den Verlust und das Zulassen des Fühlens bis ganz tief in jede Zelle meines Körpers. Ich bin gestorben. Freiwillig. Ich bin aufgewacht, wurde immer wieder aufgeweckt, wenn ich drohte wieder einzuschlafen und wurde gezwungen die Realität zu sehen, anstatt meine Projektionen und Hoffnungen. Und als ich es annehmen konnte, als ich zulassen konnte, dass ich verloren hatte, was ich mir so sehr wünschte, da geschah das Wunder. Dort, an dem Punkt, wo man so tief ist, dass alles ruhig wird, wo man durch den ganzen verdammten Schmerz gegangen ist, bis auf den Grund, wo man sich erlaubt hat, alles zu fühlen und auseinanderzufallen … dort hab ich mich selbst wieder gefunden.

Und jetzt… sitze ich in der Sonne und bin innerlich so reich, wie noch nie. Sitze in der Sonne und wurde in der letzten Woche so beschenkt, vom Leben, dass mein Herz vor Glück Sprünge macht und ich es nicht fassen kann. Es kann so leicht sein. Es darf so leicht sein… ich darf einfach meinen Weg gehen und ich darf alles zulassen, was ich fühle, auch die dunklen Gefühle.

In der Hingabe an mich selbst und meine Emotionen habe ich den Frieden in mir gefunden, nach dem ich mich so sehr sehnte. Ich genieße es, bade darin und schätze es.

Mein Leben sortiert sich neu und ich öffne mein Herz im Vertrauen.

Privacy Policy Settings